Feuerlöschgeräte

 

Inhaltsverzeichnis

Wer darf Feuerlöscher warten?
Aufbau
Brandklassen
Löschmittel
Vorschriften
Benötigte Anzahl
Löschmitteleinheit und -rating
Ermittlung der Löschleistung (Rating)
Hinweis zu Fettbränden (inkl. Auszug BGR 111)

 

 

Wer darf Feuerlöschgeräte warten?

Überprüfen darf nur ein Sachkundiger nach DIN 14406, bzw. DIN EN 3. Machen Sie sich vor Auftragsvergabe ein Bild über das Unternehmen dem Sie Ihren Brandschutz anvertrauen wollen! Sie können sich zum Beispiel erkundigen ob ein Unternehmen nach der DIN EN ISO 9001 zertifiziert ist. Unternehmen mit dieser Zertifizierung müssen jederzeit nachweisen können das sie nach strengsten Qualitätsstandards und festgelegten Abläufen arbeiten. Dies wird durch den TÜV Nord turnusgemäß überprüft. Sie können sich zudem die Qualifikationen der einzelnen Mitarbeiter, bzw. die Firmenzertifizierungen zeigen lassen, damit stellen Sie sicher dass Ihre brandschutztechnischen Einrichtungen fachgerecht gebaut und gewartet werden. Unternehmen die eine Wartungsfirma suchen, sollten vor allem abklären ob eine ausreichende Haftpflichtversicherung vorliegt. So werden im Schadensfall Regressansprüche sichergestellt. 

 

Welche Bauarten gibt es?

Bei den qualitativ hochwertigen Löschern, den Aufladelöschgeräten, wird das Gas in einer besonders dickwandigen Treibmittelflasche bis zur Inbetriebnahme gespeichert. Die abzudichtende Fläche ist nur sehr klein, und somit kann ein Nichtfunktionieren durch Undichtigkeiten bei dieser Löscherbauart so gut wie ausgeschlossen werden. 

Bei einfachen »Standardlöschern« wie sie z.T. in Baumärkten und Discountläden verkauft werden, den Dauerdrucklöschgeräten, hält sich der technische Aufwand in Grenzen. Löschmittel und Druckgas sind in einem Behälter untergebracht. Der Behälter steht ständig unter Druck. Da die abzudichtende Fläche relativ groß ist, kann bei nicht sorgfältiger Wartung allmählicher Druckverlust und damit ein mögliches Versagen im Brandfall nicht ausgeschlossen werden! Zudem obliegen diese Löschgeräte einer 10 jährigen Behälterprüfung durch einen Sachverständigen einer anerkannten Prüfstelle (z.B. TÜV oder DEKRA). Zusammen mit der permanenten Wiederbefüllung von Stickstoff nach einer Wartung ergeben sich damit auch wesentlich höhere Unterhaltskosten (Wartungskosten, …) gegenüber einem Aufladelöschgerät.

 

Was bedeuten die Brandklassen?

 

A = Feste glutbildende Stoffe
z.B. Papier, Textilien, Kohle, Holz, Stroh ...

 

B = Flüssig oder flüssig werdende Stoffe
z.B. Benzin, Benzol, Kunststoffe, Fette, Lacke, Alkohol ...

 

C = Gasförmige Stoffe                 
z.B. Stoffe: z.B. Gase, Edelgase ...

 

D = Brennbare Metalle
z.B. Aluminium, Magnesium und Ihre Legierungen

 

Neue Brandklasse nach DIN EN 3-7

F = Brände von Speiseölen/-fetten (Beispielbild)
z.B. Pflanzliche oder tierische Öle und Fette

 

 

Welche Löschmittel gibt es und welches eignet sich für welchen Brand?

- Pulver  (meist 6kg Größe und ca. 12 Löschmitteleinheiten)
In der Regel für Brandklasse A, B, C und bei speziellen Löschgeräten auch Klasse D
Universelles und leistungsstärkstes Löschmittel, hinterlässt jedoch starke Löschmittelrückstände und kann in Verbindung mit Feuchtigkeit auch noch nach Wochen zu Korrosionsschäden führen. Somit eignet sich dieses Löschmittel nur sehr bedingt für Büroräume und Privathaushalte. Empfehlenswert in Industriebereichen und Heizungsanlagen.


- Schaummittel (meist 6l Größe und ca. 10 Löschmitteleinheiten)
In der Regel für Brandklasse A und B geeignet
Guter Kompromiss zu Pulverlöschmittel, i.d.R. etwas geringere Löschleistung dafür aber minimaler Kollateralschaden um die Brandstelle. Empfehlenswert in Büroräumen und Privathaushalten


- Kohlendioxid (meist 2kg und 5kg Größe und ca. 2, bzw. 5 Löschmitteleinheiten)
Nur für die Brandklasse B geeignet
Rückstandsloses Löschmittel, besonders empfehlenswert im EDV Bereich (Computer, Serveranlagen, …) oder bei Flüssigkeitsbränden mit Fahrzeugkraftstoffen, Heizölen, usw. …


- Fettbrandmittel DIN EN 3-7 Anhang L (meist 6l Größe und ca. 4 Löschmitteleinheiten)
In der Regel für Brandklasse A, B und F geeignet
Neues Löschmittel zur speziellen Bekämpfung von Fettbränden.
Vorgeschrieben im Gastronomiebereich (überarbeitete BGR 111, siehe 3.2.6.20 Fritteusen).

- Wasser (meist 6l Größe und ca. 4 Löschmitteleinheiten)
Nur für Brandklasse A geeignet
Nicht mehr Stand der Technik und nur noch bedingt empfehlenswert. Nur sehr begrenzte Löschleistung. Korrosionsanfällig.

 

Sind Feuerlöschgeräte gesetzlich vorgeschrieben?

In Privathaushalten sind Feuerlöschgeräte nicht gesetzlich vorgeschrieben, sofern es keine gesetzliche Anschaffungspflicht gibt (z.B. Flüssiggastank,…). Besitzen Sie jedoch solche Geräte sind Sie laut Herstellerangaben verpflichtet diese auch ordnungsgemäß überprüfen zu lassen. Im Falle einer unterlassenen Wartung und Verletzung Dritter beim Gebrauch dieser ungeprüften Löschgeräte können Sie als Besitzer zur Verantwortung gezogen werden.
Für Firmen gilt die BGR 133 „Regeln für die Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschgeräten“. Diese BGR ist bindend und gilt für alle Gewerbetreibenden gleichermaßen. Gastronomen müssen zusätzlich noch die BGR 111 „Arbeiten in Küchenbetrieben“ beachten.

 

Wie viele Feuerlöschgeräte benötige ich (gewerblich) ?

Die Anzahl der Feuerlöschgeräte ergibt sich laut BGR 133 aus der geforderten Menge an Löschmitteleinheiten.
Die Löschmitteleinheiten erhält man aus der Brandgefährdungsklasse und der nutzbaren Gewerbefläche.

Anbei finden Sie Entscheidungshilfen für Ihre Brandgefährdungsklassifizierung.
Eine aussagekräftige Festlegung Ihrer Gefährdungsklasse muss jedoch von einem qualifizierten Fachmann durchgeführt werden.

 

Brandgefährdung gering

Verkauf, Handel, Lagerung
Lager mit nichtbrennbaren Baustoffen, z.B. Fliesen, Keramik mit geringem Verpackungsanteil, Verkaufsräume mit nichtbrennbaren Artikeln z.B. Getränke, Pflanzen und Frischblumen, Gärtnereien, Lager mit nichtbrennbaren Stoffen und geringem Verpackungsanteil

Verwaltung, Dienstleistung
Eingangs- und Empfangshallen von Theatern, Verwaltungsgebäude, Arztpraxen, EDV-Bereiche ohne Papier, Bürobereiche ohne Aktenlagerung, Büchereien

Industrie
Ziegelei, Betonwerk, Herstellung von Glas und Keramik, Papierherstellung im Nassbereich, Konservenfabrik, Herstellung elektrotechnischer Artikel/Geräte, Brauereien/Getränke, Stahlbau, Maschinenbau

Handwerk
Gärtnereien, Galvanik, Dreherei, mechanische Metallbearbeitung, Fräserei, Bohrerei, Stanzerei, Schlosserei, Vulkanisierung

 

Brandgefährdung mittel

Verkauf, Handel, Lagerung
Lager mit brennbarem Material, Holzlager im Freien, Verkaufsräume mit brennbaren Artikeln z.B. Buchhandel, Radio-Fernsehhandel, Lebensmittel, Textilien, Papier, Foto, Baumarkt, Bäckereien, Chemiereinigung, Ausstellung/Lager für Möbel, Lagerbereich für Leergut und Verpackungsmaterial, Reifenlager

Verwaltung, Dienstleistung
EDV-Bereiche mit Papier, Küchen, Gastbereiche mit Hotels, Pensionen, Bürobereiche mit Aktenlagerung, Archive

Industrie
Brotfabrik, Leder- und Kunststoffverarbeitung, Herstellung von Gummiwaren, Kunststoff-Spritzgießerei, Kartonagen, Montage von Kfz/Haushaltsgeräten, Baustellen ohne Feuerarbeiten

Handwerk
Leder/Kunstleder und Textilverarbeitung, Backbetrieb, Elektrowerkstatt Kfz-Werkstatt, Tischlerei

 

Brandgefährdung groß

Verkauf, Handel, Lagerung
Lager mit leicht entzündlichen bzw. leicht entflammbaren Stoffen, Speditionslager, Lager mit Lacken und Lösungsmitteln, Altpapierlager, Baumwolllager, Holz

Verwaltung, Dienstleistung
Kinos, Diskotheken, Theaterbühnen, Abfallsammelräume

Industrie
Möbelherstellung, Spanplattenherstellung, Webereien, Spinnereien, Herstellung von Papier im Trockenbereich, Verarbeitung von Papier, Getreidemühlen und Futtermittel, Baustellen mit Feuerarbeiten, Schaumstoff-, Dachpappenherstellung, Verarbeitung von brennbaren Lacken und Klebern, Lackier- und Pulverbeschichtungsanlagen und -geräte, Raffinerien, Öl-Härtereien, Druckereien, Petrochemische Anlagen, Verarbeitung von brennbaren Chemikalien

Handwerk
Schreinerei, Polstere

 

Was ist der Unterschied zwischen Löschmitteleinheit und Löschleistung (Rating) ?

Die Löschmitteleinheiten dienen lediglich zur Ermittlung der Anzahl an benötigten Feuerlöschgeräten in gewerblichen Bereichen. Sie werden aus der Brandgefährdungsklasse und der nutzbaren Gewerbefläche errechnet (siehe oben).

Das Löschrating gibt an welche Löschleistung ein Feuerlöschgerät in den Brandklassen A, B und F besitzt. Erkenntlich ist das Rating an der Zahl neben der Brandklasse. Ermittelt wird dieses Rating für jede Brandklasse nach einem eigenen Verfahren.

 

Ermittlung der Löschleistungen

Ermittlung der Löschleistung bei Brandklasse A

Der Normbrand der Klasse A ist ein brennender Holzstapel. Dieser besteht aus 14 Lagen von gleichförmig übereinander geschichteten Holzstäben aus Kiefernholz, im Abstand von 60 mm liegend, die einen Querschnitt von 40 x 40 mm aufweisen. Die Höhe beträgt dadurch etwa 56 cm. Die Tiefe dieses Holzstapels beträgt dabei 500 mm, während die Breite variiert werden kann. Je höher das Löschvermögen des Löschers sein soll, umso breiter ist also das Normfeuer. Durch diese Stapelung ergibt sich für die Breite in Dezimetern dieselbe Zahl wie die Anzahl der Holzstäbe, die in jeder zweiten Schicht nebeneinander aufgereiht sind. Die Zahl der Holzstäbe in den Zwischenschichten beträgt einheitlich 5 Stäbe je Schicht, wobei diese Stäbe der Breite des Feuers angepasst sind. Die genormte Ratings sind auf nachfolgende Größen limitiert: 3A, 5A, 8A, 13A, 21A, 27A, 34A, 43A, 55A
Beispiel: Ein Gloria PS 6 GA Aufladelöschgerät hat ein Rating von 43A, d.h.:

  • Brandklasse A (Feststoffbrand)
  • 4,3 m Breite
  • 43 Holzstäbe à 50 cm Länge in jeder zweiten Schicht nebeneinander gereiht.

Ermittlung der Löschleistung bei Brandklasse B

Der Normbrand der Klasse B ist ein zylindrischer Stahlblechbehälter, in welchen eine benzinähnliche brennbare Flüssigkeit und Wasser im Verhältnis 2:1 so eingefüllt werden, dass die Höhe der Wassersäule 10 mm und die der Brandflüssigkeitssäule 20 mm beträgt. Diese werden gemischt. Der Durchmesser des Behälters ist variabel und steigt mit dem geforderten Löschvermögen. Die eingefüllte Gemischmenge in Litern entspricht wiederum der Zahl des erreichten Löschvermögens des Feuerlöschers, sofern dieser das Objekt abgelöscht hat. Die genormte Ratings sind auf nachfolgende Größen limitiert:  8B, 13B, 34B, 55B, 70B, 89B, 113B, 144B, 183B und 233B
Beispiel: Ein Gloria PS 6 GA Aufladelöschgerät hat ein Rating von 233B, d.h.:

  • Brandklasse B (Flüssigkeitsbrand)
  • 233 Liter Brennstoff (20 mm hoch eingefüllt) und entsprechende Menge Wasser

 

Ermittlung der Löschleistung bei Brandklasse C

Geprüft wird nur, ob vom Feuerlöscher brennendes Gas abgelöscht wird, welches am Ende eines Rohres austritt.
Hinweis Gasbrand: Gasflammen in Gebäuden nicht sofort löschen, da sich sonst ein explosives Gas/Luft Gemisch bildet! Gasflammen werden am sichersten durch die Unterbrechung der Gasversorgung „gelöscht“.  Erst nach Schließen des Hauptgashahnes mit den Löschversuchen beginnen!


Ermittlung der Löschleistung bei Brandklasse F DIN EN 3-7 Anhang L

Die Zahl neben der Brandklasse F gibt an, wie viel Liter brennendes Speisefett oder –öl wirksam gelöscht werden kann.
Es findet ein ähnlicher Aufbau der Brandklasse B statt. Die genormte Ratings sind auf nachfolgende Größen limitiert: 5F, 25F, 40F und 75F

Beispiel: Ein Gloria Wi 6 FC hat ein Rating von 75F, d.h.:

  • Brandklasse F (Fettbrand) - 75 Liter brennendes Speiseöl

Siehe Hinweis Fettbrand.


 

Hinweis Fettbrand

Wie entsteht eine Fettexplosion?

Brennendes Fett hat bereits bei seiner Entzündung mehrere hundert °C Temperatur, nun zugegebenes Wasser verdampft schlagartig (aus nur einem Liter Wasser entstehen bei einer Verdampfung ungefähr 1700 Liter Wasserdampf). Da das Wasser jedoch für diesen Vorgang einige Sekundenbruchteile benötigt, sinkt es vorher noch in das brennende Fett ein. Durch die dann einsetzende schlagartige Verdampfung wird das brennende Fett durch den Wasserdampf aus dem Behälter gerissen und erzeugt damit einen nicht mehr zu kontrollierenden Vollbrand.

Warum keine Löschdecken mehr verwenden?

Diverse Untersuchungen und praxisorientierte Versuche ergaben dass selbst Löschdecken für Fettbrände in Großküchen nur bedingt einsetzbar sind. Die hohe Temperatur zerstört die obere Schutzstruktur mancher Löschdecken. Ohne diese Struktur saugt sich Fett, ähnlich einem Docht, in die Decke und beginnt sofort Feuer zu fangen.

Wie wird brennendes Fett gelöscht?

Bei den in Fettbrandlöschern enthaltenen Löschmittel wird durch eine Verseifung die brennende Flüssigkeit gelöscht und eine Sperrschicht über dem Öl oder Fett gebildet, hierdurch wird die Aufnahme von Sauerstoff unterbunden, zugleich kühlt das Löschmittel die brennende Flüssigkeit unter die Selbstzündungstemperatur herunter und verhindert somit ein erneutes Aufflammen des Brandes.

 

Auszug aus BGR 111:

3.2.6.20 Fritteusen - Gefährdung durch Brand und Explosion

Abweichend von Ziffer 3.2.6.20 Fritteusen unter Maßnahmen Nr. 3 gilt für „Frittiereinrichtungen in ambulanten Imbissbetrieben“:

Von einer ortsfesten Feuerlöscheinrichtung kann bis zu einer Füllmenge von 100 l abgewichen werden, wenn die nachfolgenden Maßnahmen getroffen sind:

• Für den Betrieb der Frittiereinrichtung muss eine Betriebsanweisung erstellt werden
• Alle Bedienpersonen sind vor Arbeitsbeginn mit der Betriebsanweisung vertraut zu machen
• In Betrieb befindliche Frittiereinrichtungen müssen ständig durch mindestens eine Bedienperson beaufsichtigt werden

Bis zu einer Füllmenge von 50 l ist mindestens ein Feuerlöscher mit nachgewiesener Eignung zum Löschen von Fettbränden bereitzustellen. Ab 50 l Füllmenge sind mindestens 3 Feuerlöscher mit nachgewiesener Eignung zum Löschen von Fettbränden bereitzustellen. Ab 100 Liter Füllmenge ist eine ortsfeste Feuerlöscheinrichtung mit einem für Fettbrände geeignetem Löschmittel zu installieren. Im Einzelfall können
zusätzliche, besondere Maßnahmen aufgrund von Brandrisiken bzw. Risikoanalysen erforderlich sein z.B. Brandsicherheitsdienst durch die Feuerwehr.

Die Eignung des Feuerlöschers zum Löschen von Bränden an Frittiereinrichtungen muss durch eine Herstellerbescheinigung nachgewiesen sein. Feuerlöscher nach DIN EN 3 mit einer Löschmittel-Füllmenge von 6 kg bzw. 6 l sind zu bevorzugen. Das Löschen von Friteusenbränden mit Löschdecken kann nach den bisherigen Erfahrungen nicht mehr zugelassen werden, weil dies mit einem unvertretbaren Verletzungsrisiko (Verbrennungen) verbunden ist.

Bei mehreren Becken errechnet sich die Füllmenge aus der Addition der einzelnen Füllmengen, sofern der Abstand der Becken weniger als 600 mm beträgt. Untersuchungen haben ergeben, dass bei einem Abstand von mehr als 600 mm eine Brandübertragung nicht mehr stattfindet. Befindet sich zwischen den Becken eine mind. 350 mm hohe, feuerbeständige Abtrennung, kann auf eine Addition der einzelnen Füllmengen verzichtet werden. Die Füllmenge ergibt sich aus der „Nutzfüllmenge“ nach DIN 18 856 und der Füllmenge
unterhalb der Heizeinrichtung.

Quelle:BGN. (BSM-Pressedienst)

 

Durch richtigen Umgang mit Fritteusen Fettbrände vorbeugen

Bei der Arbeit mit Fritteusen im Theken- oder Servicebereich kommt es – bedingt durch unsachgemäße Bedienung oder fehlerhafte Geräte - oft zu schweren Verletzungen sowie zu Schäden an Möbeln und Gebäude. Bekannt ist, dass man brennendes Fett nicht mit Wasser löscht. Die daraus entstehende Verpuffung, bei der heißes Fett explosionsartig aus der Fritteuse heraus geschleudert wird, kann zu einer  folgenschweren Ausbreitungen des Brands führen. So muss nach neuesten Erkenntnissen zwischen Fritteuse und Wasserbad ein Spritzwasserabstand von 90 cm gewährleistet sein. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden, muss zwischen Fritteuse und Wasserbad ein Spritzschutz von mindestens 55 cm Höhe installiert werden, zum Beispiel ein senkrecht montiertes Blech.
In der Vergangenheit wurden zur Fettbrandbekämpfung Löschdecken und Feuerlöscher gefordert, die gute Löschergebnisse bringen sollten.  Aber: Fettbrand-Löschdecken helfen nicht! Nach neueren Untersuchungen stellte die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) fest, dass Löschdecken nach D1N 14155 und DIN EN 1869 für große Hitze, wie sie bei Fett- und Ölbränden entsteht, nicht ausgelegt sind. Bei Versuchen konnte auf Grund der hohen Hitzeentwicklung keine der üblichen Löschdecken den gewünschten Löscheffekt erbringen. Im Gegenteil: Beim Auflegen der Decken über die brennende Fritteuse kam es teilweise zum sofortigen Durchschlagen der Flammen. Auch bei den Feuerlöschern ist nicht jedes bisher vorgeschlagene Löschmittel für die Bekämpfung von Fettbränden geeignet. Pulverlöscher erwiesen sich zur Fettbrandbekämpfung als ungeeignet. Aus lebensmittelrechtlichen und hygienischen Gründen sollte im abwehrenden Brandschutz der Einsatz von Pulverlöschern möglichst vermieden werden! Als Alternative wurden bislang CO2-Feuerlöscher empfohlen, die jedoch ebenfalls nicht zur Fettbrandbekämpfung geeignet sind. Nur Feuerlöscher mit dem Löschmittel Schaum bzw. Wasser mit speziellem Zusatz, sog. Fettbrandlöscher, erwiesen sich bei den Versuchen als geeignet. Eine Spezialdüse für weichen Strahl verhindert das Herausspritzen des Fettes. Ein hochwirksames, speziell für Fettbrände entwickeltes Löschmittel, erreicht eine deutlich erweiterte Löschsicherheit.

 

10 Regeln zum sicheren Umgang mit Fritteusen

01. Beim Befüllen der Fritteuse mit Fett muss die Heizschlange vollständig bedeckt sein

02. Festes Fett oder Blockfett ist in einem Topf vorzuschmelzen

03. Die Kennzeichnung des mindest erforderlichen und höchstzulässigen Füllstandes muss deutlich erkennbar sein und darf nicht unter- oder überschritten werden

04. Fett öfter wechseln - stark verfärbtes Fett hat eine niedrigere Zündtemperatur und entflammt sich dadurch schneller

05. Gewerbliche Fritteusen müssen einen vom Regelthermostat unabhängigen Temperaturbegrenzer eingebaut haben

06. Die Ablasseinrichtung muss gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert sein

07. Zum Ablassen von Fett/Öl müssen Behälter vorhanden sein, die ausreichend bemessen sind und aus temperatur- und formbeständigen Material bestehen

08. Der Heizkörper muss außerhalb des Frittierraumes sicher gehalten und darf nicht betrieben werden

09. Fettbrandlöscher sind bereitzustellen. Der Hersteller muss die Eignung zur Fettbrandbekämpfung schriftlich bestätigen

10. Beschäftigte müssen an Fritteusen und Feuerlöscher regelmäßig, jedoch mindestens einmal im Jahr, unterwiesen werden

 

Eine Fettbrandexplosion.

 

Alter Löscher ohne "F"-Rating



Neuer Löscher mit "F"-Rating


Alte Norm – Nur mit Brandklassse A


Neue Norm – Mit Brandklassen A, B + F